Zehn Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs

Erklärung der Bike Conference Hannover 2017: Zehn Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs

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Auf der Bike Con­fe­rence Han­no­ver 2017 wur­de inten­siv über Maß­nah­men zur För­de­rung des Rad­ver­kehrs dis­ku­tiert. Aus die­sen Dis­kus­sio­nen, den Aus­füh­run­gen der Referent*innen, dem abschlie­ßen­den Kon­fe­renz­ple­num sowie unter Berück­sich­ti­gung der die Kon­fe­renz vor­be­rei­ten­den Dis­kus­sio­nen in der AG Rad & Stadt haben sich zehn Maß­nah­men her­aus­kris­tal­li­siert um den Rad­ver­kehr in Han­no­ver zu för­dern:

Maßnahme 1: Radwege schnell und komfortabel

Bei Um- und Neu­bau­ten wer­den Rad­ver­kehrs­an­la­gen grund­sätz­lich eben und in rotem Asphalt aus­ge­führt. Beson­ders an Kreu­zun­gen ist auf die gute Erkenn­bar­keit der Rad­ver­kehrs­an­la­gen für alle Verkehrsteilnehmer*innen zu ach­ten. Pro Jahr wer­den min­des­tens 10 km Schot­ter­we­ge auf den Haupt­rou­ten des Rad­ver­kehrs durch all­wet­ter­taug­li­chen Unter­grund erneu­ert.

Maßnahme 2: Kreuzungen sicher und schnell querbar machen

Kno­ten­punk­te sind so zu gestal­ten, dass Rad­fah­ren­de die­se in einer Ampel­pha­se que­ren kön­nen.
Pro Jahr wer­den die 10 Kreu­zun­gen, die laut Unfall­for­schung am gefähr­lichs­ten sind, sicher umge­baut. Dabei wer­den ins­be­son­de­re kla­re Sicht­be­zie­hun­gen geschaf­fen, um Abbie­ge­un­fäl­le zu ver­hin­dern.

Maßnahme 3: Führung des Radverkehrs bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Die Anla­ge von “Schutz­strei­fen” ist wenn immer mög­lich zu ver­mei­den. Bei gemein­sa­mer Füh­rung von Rad- und Auto­ver­kehr in dem­sel­ben Ver­kehrs­raum, ins­be­son­de­re auch bei bereits vor­han­de­nen Schutz­strei­fen, ist die tat­säch­li­che Geschwin­dig­keit des Auto­ver­kehrs auf Tem­po 30 zu redu­zie­ren. Bei Tem­po 50 ist der Rad­ver­kehr getrennt zu füh­ren.

Maßnahme 4: Bau eines Radschnellwegnetzes in Stadt und Region

Ein Rad­schnell­weg­netz bil­det das Rück­grat des Rad­ver­kehrs­net­zes in Stadt und Regi­on. Min­des­tens zwei Durch­que­rungs­rou­ten in nord-süd­li­chem und west-öst­li­chem Ver­lauf wer­den bis 2025 ein­ge­rich­tet. Kno­ten­punk­te wer­den an den Anfor­de­run­gen der über sie geführ­ten Rad­schnell­we­ge aus­ge­rich­tet und die Aus­bau­stan­dards wer­den auch in der Innen­stadt ein­ge­hal­ten.

Maßnahme 5: Breite Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen

An allen Haupt­stra­ßen wer­den eigen­stän­di­ge Rad­ver­kehrs­an­la­gen ein­ge­rich­tet. Ihre Brei­te von min­des­tens 2 Metern ermög­licht zwei­spu­ri­ges Fah­ren und die siche­re Nut­zung mit Las­ten­rä­dern.
Vor­ran­gig wer­den umge­baut: Hil­des­hei­mer Stra­ße, Mari­en­stra­ße, Vah­ren­wal­der Stra­ße und der City-Ring.

Maßnahme 6: Fahrradstraßen auf Hauptrouten

Auf Haupt­rad­rou­ten abseits von Haupt­ver­kehrs­stra­ßen wer­den Fahr­rad­stra­ßen ange­legt. In die­sen wird KFZ-Ver­kehr grund­sätz­lich nicht mehr oder nur noch für Anlieger*innen zuge­las­sen. Der Rad­ver­kehr auf Fahr­rad­stra­ßen bekommt Vor­rang. KFZ-Stell­plät­ze sind ggf. in Park­buch­ten abge­setzt vom Rad­ver­kehr auf der Fahr­bahn unter­zu­brin­gen.

Maßnahme 7: Einsatz von Lastenrädern steigern

Bis 2025 wer­den die Haupt­rou­ten des Rad­ver­kehrs für die Nut­zung von Las­ten­rä­dern und Fahr­rad­an­hän­gern fit gemacht. Dabei wird ins­be­son­de­re dem höhe­ren Platz­be­darf in Kur­ven­be­rei­chen, Durch­fahr­ten und auf Auf­stell­flä­chen Rech­nung getra­gen.
Die Stadt­ver­wal­tung sorgt dafür, dass der Anteil des Rad­ver­kehrs am inner­städ­ti­schen gewerb­li­chen Ver­kehr bis 2025 auf min­des­tens 10% gestei­gert wird. Dazu gehört die ganz­tä­gi­ge Frei­ga­be der Fuß­gän­ger­zo­nen für Las­ten­rä­der, die Schritt­ge­schwin­dig­keit fah­ren.

Maßnahme 8: Hochwertiges Fahrradparken im öffentlichen Raum

Für Fahr­rä­der wer­den in unmit­tel­ba­rer Nähe des Haupt­bahn­hofs 10.000 Abstell­mög­lich­kei­ten geschaf­fen. Bis 2025 ent­ste­hen an allen Stadt­bahn- und S-Bahn­sta­tio­nen ins­ge­samt 35.000 neue, siche­re Abstell­mög­lich­kei­ten. Noch­mals 35.000 Abstell­mög­lich­kei­ten wer­den in den Wohn­ge­bie­ten geschaf­fen, nach Mög­lich­keit über­dacht und von Schrott­rä­dern befreit. Bei pri­va­ten und öffent­li­chen Neu­bau­ten ist eine aus­rei­chen­de Anzahl Fahr­rad­stell­plät­ze ein­zu­pla­nen.

Maßnahme 9: Fahrradverleihsystem für Hannover

Es wird ein stadt­wei­tes, preis­lich attrak­ti­ves Fahr­rad­ver­leih­sys­tem mit min­des­tens 2.000 Rädern auf­ge­baut. Im Ange­bot sind auch Las­ten­rä­der ent­hal­ten.

Maßnahme 10: Verkehrswende in der Verwaltung

Die Fahr­ten der han­no­ver­schen Stadt- und Regi­ons­ver­wal­tung, ins­be­son­de­re Boten­diens­te, wer­den mög­lichst mit Fahr­rä­dern erle­digt. Die Ver­wal­tun­gen schaf­fen bis 2020 jeweils einen Pool von unter­schied­li­chen Fahr­rä­dern – auch Las­ten­rä­dern und Pedel­ecs – an. Damit neh­men die Ver­wal­tun­gen eine Vor­bild­funk­ti­on ein.